Robert Itschner, die BKW hat Ende 2024 die Strategie «Solutions 2030» verabschiedet. Welche Hauptziele verfolgt sie damit?
Robert Itschner: Die BKW will ihren Kundinnen und Kunden Lösungen für eine nachhaltige Energiewende anbieten. Das geht von der Stromproduktion über die Verteilung und die Vermarktung bis zur effizienten Nutzung von Energie in Gebäuden. Insgesamt wollen wir bis 2030 vier Milliarden Franken investieren, davon die eine Hälfte in der Schweiz und die andere Hälfte im europäischen Ausland.
Welche Rolle spielen in diesen Plänen die Kundinnen und Kunden in der Grundversorgung der BKW? Sind sie noch wichtig?
Robert Itschner: Absolut! Und ihre Zufriedenheit liegt uns sehr am Herzen. Deshalb sorgen wir mit «Solutions 2030» dafür, dass unsere Kundinnen und Kunden auch künftig über eine sichere und kostengünstige Stromversorgung verfügen. Bis 2030 investieren wir etwa eine Milliarde Franken, um unsere Netze auf den neusten Stand zu bringen.
Was geschieht konkret mit dem Geld, das die BKW ins Stromnetz investiert?
Robert Itschner: Aktuell sind wir daran, alle Haushalte im Versorgungsgebiet der BKW mit einem intelligenten Stromzähler auszurüsten, einem sogenannten Smart Meter. Viele Kundinnen und Kunden haben ihren bereits erhalten. Zudem braucht es vielerorts stärkere Leitungen und neue Trafostationen, weil laufend neue Solaranlagen, Wärmepumpen oder E-Ladestationen ans Netz angeschlossen werden. Wir modernisieren unser Netz kontinuierlich, damit es zuverlässig bleibt.
«Wir modernisieren unser Netz kontinuierlich.»
Aber profitieren die «normalen» Haushalte von der BKW Strategie, die auch auf Expansion im Ausland setzt?
Robert Itschner: Es stimmt, wir investieren auch im Ausland. Wir setzen aber weiterhin viele grosse und kleine Projekte für den Heimmarkt um. Einerseits wollen wir in der Schweiz neue Kraftwerke bauen und bestehende sanieren. Andererseits investieren wir in unser Netz, damit bei allen Leuten immer genügend Strom fliesst. Das betrifft auch Haushalte, die auf dem Dach selbst Strom produzieren. Wir bleiben ihr treues Backup, wenn die Sonne mal nicht scheint.
Welche Rolle spielen erneuerbare Energien in der Strategie«Solutions 2030»?
Robert Itschner: Unsere Strategie ist auf erneuerbare Energien und weniger CO2-Ausstoss ausgerichtet. In der Schweiz produzieren wir sehr viel Strom aus Wasserkraft. Auch Solar- und Windkraftanlagen möchten wir vermehrt bauen. Leider erschweren lange Verfahren und Einsprachen oft die Umsetzung solcher Projekte.
Werfen wir noch einen Blick nach vorne: Wird der Strom in Zukunft eher teurer oder eher günstiger?
Robert Itschner: Eine verlässliche Prognose ist schwierig. Für unsere Kundinnen und Kunden in der Grundversorgung können wir dank unseren eigenen Kraftwerken die Energiepreise vergleichsweise stabil halten. Ansteigen dürften aber die Netzkosten, weil der Umbau zu einem intelligenten Stromnetz hohe Investitionen verursacht. Letztlich ist uns wichtig, dass die Stromversorgung für alle unsere Kundinnen und Kunden bezahlbar und verlässlich bleibt.